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Eisenspeicherkrankheit

Elektrosmog - Eisenüberschuss und Schwermetalle

Dieser Artikel basiert auf einer ausgiebigen Studien-Recherche zu Eisenüberschuss und Schwermetallen im Kontext von sogenannten Umwelterkrankungen wie Elektrosensibilität (EHS) und Chemikalien-sensibilität (MCS) sowie einer systemischen und/oder genetisch bedingten Anreicherung des Körpers mit Eisen und Schwermetallen.
Ein systemischer oder genetisch bedingter Eisenüberschuss, auch Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) genannt, bedeutet gemäß der allgemeinen Beschreibung eine Störung, bei der der Körper zu viel Eisen aufnimmt und in Organen wie der Leber, dem Herzen, der Bauchspeichel-drüse und den Gelenken ablagert. Dies kann zu schweren Organschäden (z. B. Zirrhose, Diabetes, Herzinsuffizienz) führen, wenn die Erkrankung unbehandelt bleibt. Mögliche Ursachen sind eine genetische Veranlagung (primäre Hämochromatose) oder wiederholte Bluttransfusionen bzw. eine exzessive Eisenzufuhr (sekundäre Form). Als typische Symptome einer Hämochromatose werden Müdigkeit, Erschöpfung, Gelenkschmerzen, Bauchschmerzen und im späteren Verlauf eine dunkle Hautpigmentierung genannt.
Ein latenter (systemischer) Eisenüberschuss muss nicht zwangsläufig mit stark überhöhten Ferritinwerten einhergehen. Das bedeutet, dass zwar in einzelnen Geweben und Körperregionen zu viel Eisen eingelagert ist, einzelne Körperbereiche oder die Immunzellen aber zugleich unter einem funktionellen Eisenmangel leiden können, da das Eisen in einer falschen, nicht bioverfügbaren und zugleich oxidativen Form vorliegt. Das "herumliegende" freie Eisen wirkt im Körper wiederum wie ein Brandbeschleuniger und treibt die sogenannte Fenton-Reaktion an.
Bei der Fenton-Reaktion reagiert freies Eisen (Fe2+) im Körper mit Wasserstoffperoxid und es entstehen extrem aggressive Hydroxylradikale (OH), also hochaggressive Sauerstoffverbindungen (ROS), die das Gewebe schädigen können. Hierbei handelt es sich um oxidativ wirkende Moleküle mit hoher chemischer Reaktivität, die auch gerne als "freie Radikale" bezeichnet werden. Sie können Zellen schädigen, indem sie DNA, Lipide und Proteine beschädigen. Dies spielt bei oxidativem Stress, Entzündungen, Alterungsprozessen und Krankheiten wie Krebs eine wesentliche Rolle.
Bei entsprechender Konzentration und systemischer Instabilität schädigen Hydroxylradikale direkt die Mitochondrien (unsere Zellkraftwerke), stören so die Energieproduktion und führen so zu massiver Erschöpfung und Gewebeschäden.
Im Kontext von Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) ist dieses Eisenchaos besonders kritisch, da Mastzellen Eisen akkumulieren können, bevor sie ihre Botenstoffe ausschütten. Freies Eisen dient hierbei als direkter Treibstoff für eine (chronische) Überreaktion. Bei MCS und insbesondere bei EHS führt dieser (permanente) oxidative Stress zu einer Sensitivierung des Nervensystems. Dann reagiert der Körper auf kleinste Reize in einem bereits entzündlichen Umfeld.
Schwermetalle wie Quecksilber, Blei oder Cadmium verschlimmern diese Situation erheblich und treiben den gesamten Zustand sowie das Immunsystem weiter in einen sogenannten Th2-Shift. Dabei gerät der Körper in eine chronische Alarmbereitschaft, die Allergien und Überempfindlichkeiten begünstigt, während die "Friedensstifter" des Immunsystems, die regulatorischen T-Zellen (Tregs), unterdrückt werden.
Wir haben es also mit einer ganzen Kaskade von Auswirkungen zu tun, die letztlich durch einen Überschuss an Metallen und deren falsche Verteilung verursacht werden können. Zudem weist das Ganze genetische Komponenten auf, wie es bei bestehenden Umwelterkrankungen in der Familie häufig der Fall ist.

Hepcidin
Hepcidin ist ein Peptidhormon, das den Eisenhaushalt im Körper steuert, indem es die Aufnahme und Verteilung von Eisen reguliert. Es wird hauptsächlich in der Leber produziert und spielt eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung des systemischen Eisenhaushalts.
Es reguliert sowohl die Eisenaufnahme im Darm als auch die Freisetzung von Eisen aus Makrophagen und Leberreserven. Ist dieser Haushalt gestört, werden auch andere Schwermetalle wie Quecksilber, Blei oder Cadmium verstärkt aufgenommen.

Hepcidin im Kontext von Entzündung und Stress
Entzündungsbotenstoffe wie Interleukin-6 (IL-6) kurbeln die Produktion von Hepcidin in der Leber massiv an. Ein hoher Hepcidin-Spiegel hat zur Folge, dass das Immunsystem das Eisen in den Makrophagen (Fresszellen) regelrecht "einsperrt". Ursprünglich dient dies dazu, Krankheitserregern den Nährstoff Eisen zu entziehen. Im chronischen Zustand führt dies jedoch zu einem paradoxen Eisenmangel in den Zellen bei gleichzeitigem systemischem Überfluss. Hierzu lassen sich in Studien Zusammenhänge zum sog. TH1-Shift und Infektionserkrankungen wie Ebstein-Barr-Virus (EBV) oder Long Covid finden.
Ein TH1-Shift beschreibt eine Verschiebung der Immunbalance zugunsten der TH1-Zellen. Diese sind für die Abwehr intrazellulärer Erreger (wie Viren und Bakterien) zuständig, können aber auch autoimmunen Entzündungen Vorschub leisten, was oft mit einer starken Ausschüttung von Interferon-gamma einhergeht. Er steht im Gegensatz zum bereits erwähnten TH2-Shift und geht mit einer dominierenden zellulären Immunantwort einher, die bei Überaktivität zu chronischen Entzündungen führen kann.

Hepcidin und Hämochromatose
Bei der genetischen Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) ist laut Studien genau dieser Kontrollmechanismus defekt: Entweder besteht ein Mangel an Hepcidin oder eine Resistenz dagegen. Ohne Hepcidin als "Türsteher" bleibt die "Schleuse" im Körper (Ferroportin) dauerhaft geöffnet. Dadurch wird Eisen unkontrolliert aus dem Darm aufgenommen und aus den Makrophagen freigesetzt, was zu einer toxischen Überladung der Organe führt.
Hepcidin schlägt die Brücke zwischen der Immunregulation und der tatsächlichen Steuerung des Eisens. Entsprechend wird Hepcidin auch als das zentrale "Eisenhormon" bezeichnet. Es reguliert den Eisenspiegel, indem es an Ferroportin bindet. Ferroportin ist das einzige bisher bekannte Protein, das Eisen aus den Zellen (Darmzellen, Makrophagen) in das Blut exportiert.
Eisen - Auge
Barrierestörungen - Durchlässige Körperbarrieren
Ein zentrales Merkmal von Umwelterkrankungen wie EHS und MCS ist der Barriere-Kollaps. Betroffene leiden unter einem Zusammenbruch der immunologischen Toleranz und der biologischen Körperbarrieren. Ihr Immunsystem befindet sich in einer Dauerschleife aus Alarmbereitschaft und Erschöpfung, wobei Umweltreize (elektromagnetische Felder, Chemikalien) als Trigger und Verstärker fungieren.
Geschädigte Schleimhäute (Darm, Nase, Lunge) und die Blut-Hirn-Schranke werden durchlässig ("leaky"). Dies ermöglicht es Umweltgiften, Metallen und Pathogenen, ungehindert in das Gewebe und das Zentralnervensystem einzudringen. Besonders die Nase dient hierbei als direktes Portal zum Gehirn, über das entsprechende Stoffe und Partikel oxidativen Stress und Entzündungen auslösen können.
Eisen und Redox-Stress
Eisen und Redox - Cofaktoren des Eisenhaushalts
- Klassische Cofaktoren (Vitamin D, K2 und Magnesium):
Um Vitamin D zu aktivieren, muss es mit Vitamin K2 und Magnesium kombiniert werden. Dies hilft dabei, die Calciumkanäle zu regulieren, die mit Elektrosensibilität in Verbindung stehen. Ohne diese Stoffe kann der Vitamin-D-Stoffwechsel nicht normal funktionieren.
- Biochemische Hardware (Vitamin B2 und B7):
Riboflavin (B2) und Biotin (B7) werden in Studien als Werkzeuge beschrieben, die das Immunsystem benötigt, um die genetischen Befehle des Vitamin-D-Rezeptors (VDR) umzusetzen. Sie sind keine Cofaktoren für die Aktivierung von VD, sondern Partner für dessen Wirkung.
Biotin wird explizit als Teil einer "Immun-Allianz" zusammen mit Vitamin D, Lactoferrin, Zink und Magnesium aufgeführt.

Warum B2 (Riboflavin) im Kontext wichtig ist
- Glutathion-System:
Vitamin B2 ist der essenzielle Cofaktor für die Glutathion-Reduktase. Dieses Enzym ist notwendig, um oxidiertes Glutathion wieder in die schützende Form zu bringen. Im Kontext des gestörten Eisenhaushalt verhindert Glutathion, dass freies Eisen die Fenton-Reaktion weiter anheizt.

Chelatoren / Eisenchelatoren
Chelatoren sind Medikamente, die überschüssige Metalle im Körper binden und deren Ausscheidung fördern, um eine toxische Metallüberladung oder eine Eisenüberladung zu behandeln.
Eisenchelatoren binden zwei- und dreiwertige Eisenionen und entziehen sie somit der beschriebenen Fenton-Reaktion. Dadurch wird die Bildung reaktiver Sauerstoffradikale verringert und oxidativer Stress auf Mitochondrien, Membranen und DNA reduziert. Entzündung, Ferroptose und Mastzellaktivierung durch freies Eisen werden so zurückgefahren.
In Konstellationen mit hohem Speichereisen, aber eingeschränkter Verfügbarkeit im Gewebe, können Chelatoren helfen, toxische Eisenpools zu reduzieren.

Studien
Die folgenden Studien und Dokumente beschreiben die Erläuterungen zu Eisenüberschuss, Hämochromatose, Hepcidin und MCAS:
1. Pietrangelo (2006) / Brissot et al. (2018)
Die Rolle von Hepcidin
Diese Arbeiten definieren Hepcidin als das zentrale "Eisenhormon", das den Eisenfluss reguliert, indem es an Ferroportin (den einzigen zellulären Eisenexporteur) bindet und dessen Abbau induziert. Ein Mangel oder eine Resistenz gegen Hepcidin führt zur unkontrollierten Eisenaufnahme, wie sie bei der Hämochromatose beschrieben wurde.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29620054/
2. Reid & Georgieff (2023)
Stress, IL-6 und die Hepcidin-Achse
Diese Studie belegt, dass chronischer oder schwerer Stress die HPA-Achse aktiviert und entzündungsfördernde Zytokine wie IL-6 erhöht. IL-6 wiederum stimuliert die Hepcidin-Produktion, was die Eisenaufnahme blockiert und Eisen in den Speichern (Makrophagen) "einsperrt", was den funktionalen Eisenmangel auf Gewebeebene bei gleichzeitigem systemischem Überfluss erklärt.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37686831/
3. Lin et al. (2022)
Ferroptose und Mastzellaktivierung (MCAS)
Die Forscher konnten zeigen, dass die Hemmung der Ferroptose (eines eisengesteuerten Zelltods) durch den Eisen-Chelator Deferoxamin (DFO) spezifisch die Aktivierung und Degranulation von Mastzellen unterdrückt. Dies stützt die Aussage, dass freies Eisen als direkter Treibstoff für MCAS-Reaktionen fungiert.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35755168/
4. Roth-Walter et al. (2017)
Eisenstatus und Th2-Dominanz
Diese Arbeit belegt den Zusammenhang zwischen einem defizitären Eisenstatus und der Entstehung von Allergien. Eine Immunaktivierung unter Eisenmangel führt zur Expansion von Th2-Zellen (statt Th1) und fördert so die allergische Sensibilisierung und die Überempfindlichkeit des Systems. Zudem wurde festgestellt, dass Mastzellen Eisen akkumulieren, bevor sie degranulieren.
Studie
5. Umfangreiche Grundlagenforschung Halliwell & Gutteridge (1990/1992)
Fenton-Reaktion und Redox-Toxizität
Die grundlegenden Arbeiten zur Redox-Biologie zeigen, dass überschüssige Eisenionen die Bildung hochreaktiver Hydroxylradikale (Fenton-Reaktion) katalysieren. Diese Radikale führen zu oxidativen Schäden an Proteinen, Lipiden und DNA, was die beschriebene Zerstörung der Mitochondrien und Gewebe bei IO-Zuständen untermauert.
Studien: Halliwell Redox

     

Quellangaben / Links
Studien-Übersichtsarbeit der Universität Basel, Schweiz - Mai 2021 im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zu oxidativem Stress
Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) und Elektrosmog
Lebergesundheit / Leberentgiftung und Gallenkreislauf
Specialized Pro-Resolving Mediators - Omega3
Der Organismus als biochemische Zell-Batterie - Redox, pH Wert, ATP
Elektrosmog und das Nervensystem

     
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